Wien - Die Welt von gestern in Farbe
Sensationeller Wien-Band
Im Österreichischen Volkshochschularchiv wurde vor kurzem eine weltweit einzigartige Sammlung von Glasdiapositiven gesichtet und erstmals zugänglich gemacht. Zum Zeitpunkt ihrer Entstehung 1898-1930 illustrierten die Bilder Volksbildungsvorträge zu verschiedensten Themen. Miniaturmaler kolorierten die schwarzweißen Fotos von Hand, um sie lebendiger zu gestalten. So wurde aus jedem einzelnen Bild ein Unikat von hohem ästhetischem Wert.
Die Bilder führen zurück in die längst versunkene Welt als Wien noch Reichshaupt- und Residenzstadt der Donaumonarchie war. Man glaubt, die Welt der Jahrhundertwende und ihre Protagonisten aus Romanen und von vergilbten Schwarzweißfotos zu kennen. Doch welche Farben hatten die Kleider und Hüte, wie sah es in den Straßen aus mit Fiakern, spielenden Kindern und bunter Reklame? Wie hat sich das Stadtbild gewandelt? Welche Häuser stehen noch und welche Bezirke haben ihr Erscheinungsbild verändert?
Die Fotografien zeigen die bunte Welt der Jahrhundertwende, die Uniformen der Soldaten bei der Parade zu Ehren des Kaisers, die Einweihung von Denkmälern und die Eröffnung neuer Brücken. Die Fotos wurden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung von Künstlern koloriert, die ihr Handwerk beherrschten und die authentischen Farben kannten. Als die Farbfotografie noch in den Kinderschuhen steckte, schuf man so auf Diapositiven kleine Kunstwerke mit einzigartig poetischem Reiz.
Bevor die Moderne auch in die Außenbezirke Wiens Einzug hielt, machten sich Fotografen auf, die vergängliche Welt der Vorstädte auf fotografischen Platten festzuhalten. Nur wenige Jahre nach der Eingemeindung war der Unterschied zwischen der Vorstadt und dem Prunk der Ringstraße mit ihren Prachtbauten und Palais enorm. Das Bild der Stadt veränderte sich in diesen Jahren. Am Burgtheater spielte man die neuesten Stücke von Arthur Schnitzler und in den Straßen waren noch kaum Automobile unterwegs. Hinaus fuhr man in den Wienerwald oder in den Prater.
Das Leben bestand jedoch nicht nur aus Müßiggang. Bilder von Arbeitern in den Fabriken, den 'Ziegelböhm' am Wienerberg und den Petroleumschiffern am Donaukanal bieten Einblick in die Arbeitswelt anno dazumal. Es begegnen uns das Fräulein vom Amt, die Sitzkassiererin im Kaffeehaus oder Kinder im Matrosenanzug mit ihren Kindermädchen.
WIEN | Die Welt von gestern in Farbe
Christian Brandstätter (Hrsg.)
Mit Beiträgen von Christian Brandstätter, Gerald Piffl, Christian H. Stifter
Wien 2008
Format 23 x 26 cm
24 Seiten
312 Farbabbildungen
39,9 Euro / sfr 67,00
Bestellungen unter:
office@vhs-archiv.at